Augen auf beim Drehstuhlkauf – Teil 1

Wie auch in anderen Bereichen unserer Wirtschaft werden von Anbietern und Herstellern von Bürostühlen zahlreiche Fachbegriffe verwendet, die oft leider nur ein Ziel haben: Den potentiellen Käufer zu überzeugen, dass eben dieses Produkt genau das richtige ist. Dabei sind der Fantasie der Marketing-Abteilungen keine Grenzen gesetzt und man versteckt sich gerne hinter hochkomplizierten, wissenschaftlich klingenden Bezeichnungen, um von der eigentlichen Funktion, oder auch von Unzulänglichkeiten ab zu lenken. Sicher hat jeder schon die Angebote von sogenannten „Chefsesseln in Echt Leder“ gesehen, die in Asien hergestellt werden und weniger kosten, als ein Paar ordentliche Schuhe.

Wo liegt also der Unterschied zu einem wirklich guten Stuhl?

Eigentlich sieht es auf den ersten Blick ja ganz einfach aus: Ein Bürostuhl besteht aus Rollen, einem Fußkreuz, der Gasfeder, dem Sitz und der Rückenlehne. Optional kann er noch mit Armlehnen erweitert werden und es stehen verschiedene Stoffe zur Auswahl. Was soll denn daran kompliziert sein?

Der erste Teil dieser Reihe betrachtet die verschiedenen Typen der Mechanik und Sie werden sehen, dass gerade hier die größten Unterschiede versteckt sind.

Die Entwicklung der modernen Bürostühle begann damit, dass man die starren Sitzflächen und Rückenlehnen beweglich machte. Dabei wurden zwei verschiedene Wege beschritten, die bis heute noch von vielen Herstellern angeboten werden: zum einen konnte die Rückenlehne in verschiedenen Positionen verstellt oder sogar frei beweglich genutzt werden. Der Sitz blieb weiterhin fest und bescherte vor allem den männlichen Besitzern den oft beschriebenen „Hemd-Auszieh-Effekt“. Die heute z.B. als Permanent Kontakt Mechanik bekannte Technik schaffte es aufgrund der Reibung an der Rückenlehne garantiert, in kurzer Zeit das Hemd am Rücken aus der Hose zu ziehen und nötigte die Männer somit zu öfterem Aufstehen und zu Nachbesserungen an ihrem Äußeren. Wenn wir dies positiv bewerten wollen, war dies aber die erste Form der „Bewegung am Arbeitsplatz“, wenn auch anders als heute.

Der zweite damals beschrittene Weg war die Wippmechanik, die bis heute auch in klassischen Sitzmöbeln Anwendung findet: Sitz und Rücken sind fest verbunden oder eine Einheit und wenn man sich nach hinten lehnt, heben die Füße vom Boden ab, da der Sitz nach oben geht. Auch das kennen wir sicher seit vielen Jahren und wir waren immer froh, wenn wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Beide Techniken haben auch heute noch Ihre Berechtigung und werden tausendfach verkauft – oft aber auch, weil Marketing-Experten uns über die Unterschiede zu anderen Varianten im Dunkeln lassen und eine Wippmechanik mit der ungleich besseren Synchronmechanik verwechselt wird.

Diese Synchronmechanik ist nun die am weitesten verbreitete und ergonomisch empfehlenswerte Standardtechnik, die für die meisten Nutzer beste Bedingungen bietet. Die Entwicklungsabteilungen der Hersteller haben in jahrelanger Forschung festgestellt, dass der Bewegungsapparat des Menschen am besten erhalten bleibt, wenn man ihm eine gesunde Mischung aus Belastung und Erholung anbietet. Fatale Folgen des starren Sitzens, wie wir sie leider noch häufig antreffen, werden so vermieden oder gemildert. Keine Berufsgruppe unserer Gesellschaft, ausgenommen vielleicht die Pflegeberufe, hat so häufig mit Rückenbeschwerden zu tun, wie die Büroarbeiter! Ein guter Stuhl kann helfen, das zu verhindern oder zu mildern, wenn schon Probleme aufgetreten sind. Ein Stuhl mit einer guten Synchronmechanik fördert den Aufbau der Rückenmuskulatur und hält die Bandscheiben elastisch, der Be-Sitzer bleibt zum einen gesund und wird dazu noch deutlich leistungsfähiger!

Die Synchronmechanik ist zwar weit verbreitet, aber nicht die einzige empfehlenswerte Technik. Daneben bietet sich die Glide-Tech-Mechanik an, bei der der Sitz in einem harmonischen Bewegungsablauf nach vorne gleitet, wenn sich der Nutzer nach hinten lehnt. Größter Vorteil dieser Variante ist, dass sich der Abstand der Handballen zur Tastatur nicht verändert, wenn man sich im Stuhl bewegt und dass der Blick immer auf den Monitor gerichtet bleibt. Verspannungen im Nackenbereich können dadurch vermieden werden.

Auch die Balanced Movement Mechanik gehört zu den besonders ergonomischen Vertretern. Hier stellt der Nutzer mit Hilfe seiner Muskulatur ein ausgeglichenes Sitzen ein, das sowohl gesund als auch bequem ist. Auch wenn es hier nach körperlicher Arbeit klingt: Schon nach wenigen Tagen haben Sie sich an den Prozess gewöhnt und werden sich absolut wohl fühlen.

Die neueste Weiterentwicklung des dynamischen Sitzens sind nun die dreidimensionalen Sitzflächen. Während die Synchronmchanik nur Bewegungen nach vorne und hinten zulässt, erlaubt diese Technik auch seitliche Bewegungen des Beckens und stärkt so die komplette Muskulatur im unteren Rückenbereich. Diese Mechanik bietet viele Vorteile und kommt in den letzten Monaten immer mehr zum Einsatz. In den Anfängen noch belächelt und die exotische Ecke gestellt, setzen nun immer mehr renommierte Hersteller auf diese Variante des Sitzens.

Alle diese Varianten der Sitzmechaniken haben aber eines gemeinsam: Sie setzen auf bewegtes Sitzen, stärken dadurch die Muskulatur, fördern die Durchblutung der Bandscheiben und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Leistungssteigerung im Büro und zur Erhaltung unserer Gesundheit.

Somit kann auch die beste Marketing-Kampagne nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein „Chefsessel mit Wippmechanik“ oder ein „Ergonomischer Bürostuhl mit beweglicher Rückenlehne“ nichts an einem Arbeitsplatz zu suchen hat, der einem Menschen tagtäglich Höchstleistungen abverlangt.

Wie auch sollte es möglich sein, einen Bürostuhl nach ergonomischen Erkenntnissen her zu stellen, der weniger kostet als ein paar Schuhe und dazu noch 10 Jahre halten soll? Denken Sie einmal darüber nach!

Mein Tipp zum Schluss:
Leider gibt es nicht die eine Mechanik, die in allen Fällen passt, lassen Sie sich also in jedem Fall beraten! Wenn Sie mehr über das Sitzen oder die Mechaniken und Ihre Einsatzgebiete wissen möchten, rufen Sie uns an. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-3734788 (Mo – Fr 08:00 – 12:30 und 14:00 – 18:00) beantworten Ihnen qualifizierte Mitarbeiter Ihre ganz individuellen Fragen und finden gemeinsam mit Ihnen den passenden Stuhl für Ihre Anforderungen.

Das verstehen wir unter Service!

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