Augen auf beim Drehstuhlkauf – Teil 3

Das Angebot an Bürostühlen ist selbst für den Profi schon kaum noch zu überblicken und jeder Hersteller hat angeblich den besten Stuhl. Schon der Vergleich der verschiedenen Modelle ist mehr als schwierig, noch komplizierter wird es aber, wenn man sich die einzelnen Ausstattungsoptionen ansieht. Lassen Sie mich ein Beispiel aus der Automobilbranche anführen. Das PKW-Modell XY lässt sich durch mehr oder weniger sinnvolle Zusatzausstattungen leicht um viele tausend Euro verteuern, ist von aussen aber kaum vom Serienmodell zu unterscheiden und bleibt nach wie vor das Modell XY.

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so extrem, ist es auch bei den Bürostühlen. Verschiedene Mechaniken, Gasfedern, Bezüge usw. haben massgeblichen Einfluss auf den Preis, obwohl sie auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden sind.

Welche Extras machen nun Sinn?
Wie so oft, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten, sondern ist von Ihren individuellen Anforderungen und Vorlieben abhängig.
In jedem Fall wichtig ist die Wahl einer hochwertigen Mechanik, z.B. einer Synchronmechanik, Body-Float Mechanik oder Balanced Movement Mechanik, die alle eines gemeinsam haben: Sie fördern Bewegung und damit die Gesundheit Ihrer Nutzer.

Auch eine Armlehne macht in den meisten Fällen Sinn, sofern sie individuell in der Höhe einstellbar und anpassbar ist. Feste Armlehnen passen nur in wenigen Fällen und schaden oft mehr als sie nutzen. Auf Optionen wie die Breiten- und Tiefenverstellung sowie die Drehbarkeit der Armauflagen können Sie fast immer verzichten und den Mehrpreis z.B. in eine hochwertige Gasfeder investieren.

Wussten Sie eigentlich schon, dass es auch hier verschiedene Ausführungen gibt? Wir empfehlen unseren Kunden immer die Feder mit einer zusätzlichen mechanischen Spiralfeder, die neben der Gasdruckfeder wichtige Funktionen übernimmt: Zum einen wird der Druck auf die Wirbelsäule beim Hinsetzen merklich gemildert und zum anderen sinkt die Belastung der Höhengasfeder, was sich in einem geringeren Verschleiß und somit längerer Haltbarkeit ausdrückt. Sehr oft werden Sie darauf gar nicht hingewiesen, entweder weil ein Hersteller dies nicht anbietet, oder weil man gerne den günstigsten Preis machen möchte.

Kopfstütze, Sitztiefen- und Sitzneigungsverstellung

Eine Kopf- oder Nackenstütze ist vor allem dann wichtig, wenn man einen Stuhl mit einem weiten Öffnungswinkel wählt und sehr oft in der zurückgelehnten Position arbeitet. Viele Kopfstützen sitzen allerdings sehr weit hinter der Sitzfläche und sind so nur bedingt empfehlenswert. Auch eine Sitztiefen- und Sitzneigungsverstellung (Negativ-Neigung) muss nicht immer an Bord sein. Normal große Personen kommen oft mit der Standard-Sitztiefe sehr gut zurecht und die neigbare Sitzfläche sollte nur der ordern, der (fälschlicherweise) gerne auf der Vorderkante des Stuhles sitzt. Zwar wird auch bei richtiger Nutzung die Beckenkippung gefördert, manchmal wird dies aber auch als unangenehm oder sogar störend empfunden.

Rückenlehne und Lordosen- oder Lumbalstütze
Damit Sie eine für Sie richtige Sitzposition einnehmen können und der Rücken an der richtigen Stelle geformt wird, ist eine verstellbare Lumbalstütze fast immer empfehlenswert. Verschiedene technische Lösungen stehen hier zur Wahl, die aber immer gut einzustellen sind: Entweder wird die ganze Rückenlehne verstellt, oder eine integrierte Lösung bietet die Möglichkeit, die Höhe, und/oder Tiefe zu verändern.

Auch hier gibt es also nicht die eine eine Lösung und deshalb kann ich Ihnen nur empfehlen: Nutzen Sie unsere Erfahrung und lassen Sie sich unverbindlich von uns beraten. In vielen Fällen können Sie so auf unnötige Extras verzichten und damit bares Geld sparen. Auch wenn Sie ganz spezielle Anforderungen an Ihren Stuhl haben, helfen wir Ihnen gerne dabei, genau die richtige Lösung zu finden.

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