Chefsessel Made in Germany

212121interstuhl-yoster-chefsessel-aktion-2Eigentlich hatte ich mal gedacht, der Begriff „Chefsessel“ steht für Qualität und eine gehobene Ausstattung, vor allem aber muss der den Chef würdig vertreten und auch ein entsprechendes Image ausstrahlen.
Dazu werden viele sicher entgegnen, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sich die Chefs auf einen Thron setzten und Ihre Mitarbeiter vor Ihnen klein bei geben mussten.
Richtig! Das ist definitiv nicht mehr zeitgemäß und ich kenne auch kein Unternehmen, wo das noch so praktiziert wird. Trotzdem ist aber immer noch eine gewisse Rangordnung zu erkennen – und das muss auch gar nicht mal schlecht sein.

Immerhin vertritt der „Chef“ ja auch sein Unternehmen nach außen und muss eine gewisse Souveränität ausstrahlen. Das hat beileibe nichts mit „angeben“ oder „Überheblichkeit“ zu tun, sondern ist einfach der Position geschuldet. Außerdem gibt es auch bei den sogenannten (und hier kommen wir wieder zum Punkt) Chefsesseln eine riesige Bandbreite. Wenn ich mal Google frage, was man dort so zum Chefsessel weiß, stellen sich mir die Nackenhaare: Selbst billigste Fernost-Importe werden als Chefsessel bezeichnet, sobald Sie nur einen Lederbezug und etwas Chrom vorweisen können.

Das ist so, als wenn ein chinesischer Autobauer sein Produkt mit einem Metalliclack versieht, dicke Alufelgen drauf schraubt, Ledersitze einbaut und dann von einer Luxuslimousine spricht. Welches Motörchen darin werkelt, ist dabei vollkommen egal.
Nur: Beim Autobauer lächeln wir darüber und bei Stuhlhersteller wird das einfach so hingenommen. Seltsam!

Meine Auffassung von einem Chefsessel ist relativ klar zu beschreiben. Zuerst einmal muss er natürlich die gleichen Anforderungen an die Ergonomie erfüllen, wie jeder andere Bürostuhl auch. Darüber hinaus kann er ruhig etwas mehr Luxus bieten, häufig besteht der in einer Kopf- oder Nackenstütze und eben dem Lederbezug. Denn sind wir mal ehrlich. Sitzt unser Chef nicht auch mal die ein oder andere Stunde länger im Büro, wenn wir abends nach Hause gehen und hat er sich dann nicht auch ein kleines bisschen Luxus verdient? Denken wir mal darüber nach.

Leder ist nicht gleich Leder

Noch ganz kurz zum Thema Leder, was ja gerade bei Chefsesseln immer wieder im Fokus steht. Ich habe einmal bei Wikipedia nachgesehen, was dort zu dem Thema zu finden ist. Hier erst einmal die grundsätzliche Beschreibung:

Leder wird meist aus der Lederhaut (anderer Name Dermis) genannten Hautschicht gewonnen. Diese gliedert sich ihrerseits in die nach außen liegende, der Lederoberfläche ihr glattes Aussehen gebenden Papillarschicht und die darunter liegende, für die mechanische Festigkeit verantwortliche Retikularschicht. Die Papillarschicht mit ihrer sehr feinen Faserstruktur ergibt am fertigen Leder die Narbenseite oder kurz „den Narben“. Die grobfasrige Retikularschicht wird als Aas- oder Fleischseite bezeichnet. Während Spaltleder nur aus der Retikularschicht besteht, werden beispielsweise Skivers, das sind sehr dünne Schafleder, fast nur von der Papillarschicht gebildet.                                                     (Quelle: Wikipedia)

Wir sehen schon hier einen massiven Unterschied und was ich besonders bemerkenswert finde, ist die Begrifflichkeit AAS- ODER FLEISCHSEITE für das Spaltleder. Genau dieses wird nämlich sehr häufig bei den Baumarkt-Chefsesseln für 89 € eingesetzt.
Die Stühle, die wir als Chefsessel bezeichnen sind dagegen ausnahmslos mit Nappaleder bezogen, das eine ganz andere Klasse darstellt. Auch hier gibt uns Wikipedia wieder weitere Informationen:

Echtes Nappaleder ist ein weiches, chromgegerbtes Glattleder vom Kalb oder vom Schaf mit vollen Narben. Es ist durchgefärbt und die Oberfläche ist zugerichtet, das bedeutet, dass die Poren durch viele hauchdünne Schichten verschlossen werden und dadurch unempfindlich gegen Schmutz und Nässe sind.[1] Der Name Nappaleder wird heute als Sammelbegriff für besonders geschmeidiges Glattleder aller Tierarten verwendet. (Quelle: Wikipedia)

Wir sehen also, Leder ist nicht gleich Leder, auch wenn es als Sammelbegriff häufig so erscheinen mag.

Den Chefsessel für 100 Euro gibt es nicht!

Mein Fazit: Einen guten Chefsessel gibt es nicht für 100 €. Schon der gesunde Menschenverstand legt die Vermutung nahe, dass es einen Stuhl nicht zum Preis von ein paar Schuhen geben kann. Es muss aber auch nicht gleich der Designersessel für mehrere tausend Euro sein. Es gibt bereits wirklich gute Stühle aus deutscher oder europäischer Produktion ab etwa 500 €. Und die verdienen auch tatsächlich die Bezeichnung „Chefsessel“.
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